Der erste deutsche Blumenkohl, geerntet Ende April, hatte eine harte Jugend hinter sich: gepflanzt Mitte bis Ende Februar, wurde er mit Lochfolie abgedeckt. Hatte oft warme Tage, aber nachts und in den Frühstunden war es lange bitterkalt. Oft schlug die Folie bei heftigen Windtagen stundenlang auf die zarten Pflänzchen. Die Wachstumszeit für den Frühjahrs-Blumenkohl war heuer kein Zuckerschlecken. Zur Zeit wird er geerntet. Seine „Blume“ ist lange nicht so fest wie sein sommerlicher Verwandter oder gar Artgenosse im Herbst. Deshalb, liebe Kundschaft, nicht wundern. Die gärtnerischen Blumenkohlerzeuger tun was sie können. Sortieren aus, wenn notwendig geben sie noch einmal Wasser. Nutzen die kurzen Wege bis zum Blumenkohl-Kunden. Aber von Woche zu Woche kommen bessere Qualitäten in die Erntekisten. Weniger gebeutelt ist die Juni-Ernte von unseren Salaten, die Radieschen kommen ausschließlich aus dem Freiland. Dazu gesellen sich Freiland-Kohlrabi, Bundzwiebel und natürlich schon einige Wochen verschiedene Kräuter. Halt – der erste Satz vom Freiland-Schnittlauch ist schon abgeerntet. Schnittlauchröhrchen die stehengeblieben sind setzen jetzt Blüten an. Macht natürlich nichts, den Schnittlauchblüten sind für manchen Zeitgenossen eine Delikatesse.
Beim Fruchtgemüse gibt es seit fast einem Vierteljahr Tomaten, groß und klein, mit Rispe oder lose. Vespergurken, Salatgurken, feste, knackige Minigurken und bald auch Essiggurken aus regionalem Anbau.
Viele Wurzelgemüsearten kommen noch aus der Herbsternte, aber – langsam werden auch „frische“ Wurzelpetersilie, Rote Bete oder Gelbe Rüben als Bundware herausgemacht und kommen vor allem auf die Wochenmärkte. Aus den besonderen Anbaugebieten vom Bodensee, aus der Pfalz und aus dem Nürnberger Land kommen Paprika in grün, rot, gelb, und orange. Im regionalen Anbau wird wohl frühestens im Juli mit der Ernte begonnen. Da gibt’s natürlich dann auch die ersten scharfen Früchtchen und die sonstigen Sondersorten. Selbstverständlich dann auch die farbenfrohen Ulmer Mini-Tomaten. Regionale Auberginen brauchen etwas länger. Die zu früh gepflanzten Zucchini sind den frostigen Frühstunden im April zum Opfer gefallen. Die Freunde vom regionalen Brokkoli und von den Ulmer Melonen müssen sich noch circa anderthalb Monate gedulden.
Für den Schreber-, Balkon- und sonstigen Kleingärtner stehen auf dem Ulmer Wochenmarkt auch im Juni noch Gurkenpflanzen, Paprikapflanzen, Tomatenpflanzen, Melonenpflanzen und natürlich auch die übrige Setzware wie Salat, Kohlrabi und Kraut zum Kauf bereit. Wie heißt es doch so schön: heute säe ich, morgen pflanze ich, übermorgen freue ich mich am Wachsen und über-übermorgen, ja da ernte ich. So ist es allermeistens. Ja sicher, manchmal geht auch was daneben. Auf jeden Fall gärtnern braucht ein bissle Mut.
