Liebe Leserin, lieber Leser, als gelernter Gärtner war ich als Betriebsfremder in der Pflanzsaison in einem Gartenmarkt. Standesgemäß hatte ich einen Gärtnerschurz an. Ich kann Ihnen sagen, so was mache ich nie mehr. Laufend bin ich von den Kunden mit Fragen über Pflanzen, Garten, Hochbeet, Sämereien, Düngung und Pflanzenschutz vereinnahmt worden.


Auch auf einem Wochenmarkt erwartet der Kunde hin und wieder, dass kompetente Marktbeschicker, am besten mit grünem Schurz, auf viele Fragen über Obst, Gemüse oder Blumen, Auskunft geben können. Freilich, auch am Wochenmarktstand des Bäckers, des Metzgers, der Eierfrau oder des Käse-Mannes, erhofft man sich kompetente umfassende Auskunft. Aber – sie werden immer rarer, diese eingearbeiteten, berufsgebildeten, fachlich versierten Mitmenschen, auch auf einem Wochenmarkt. Manch ein Marktkollege traut sich kaum noch einen Schurz anzuziehen, weil er lieber zum Verkaufen auf dem Münsterplatz steht, als dass er Pflanzenkulturbeschreibungen zum Besten gibt. Aber da wollen wir keine Zweifel aufkommen lassen, der Wochenmarkt ist einer der Orte sein, an dem man noch am ehesten eine ordentliche Auskunft bekommt.


Natürlich versuche ich immer wieder im „Wort des Monats“ fachzusimpeln. Fangen wir also gleich damit an:


Mit dem Juli steigen wir so richtig in den Wachstums-Sommer unserer Pflanzen ums Haus und im Garten ein. Zurzeit haben die Pflanzen fast alles, was sie zu einem flotten Wachstum antreibt. Licht, und wenn wir vorgesorgt haben, auch etwas Nährstoffe, Wasser, (zurzeit etwas zu viel) und Wärme. In manchen Kräuter- oder Blumenkästen und in manchem Beet wird es sogar zu eng. Hier kommen die Balkongärtnerinnen oder die Kleingärtner ins Spiel. Jetzt heißt es zurückzuschneiden mit einem scharfen Messer oder mit einer Gartenschere. Oder zu stutzen oder gar im Aussaatbeet manches Pflänzlein ganz rauszureißen, damit die übrige Pflanzenwelt Platz hat. Ja, darf man denn das? Selbstverständlich, man muss es sogar. Man merke sich: Der gute Gärtner hat ein hartes Herz und eine scharfe Schere.

Wer diese Kulturarbeiten mit Freuden annimmt, sich Zeit dazu nimmt, dem sein Herz höher schlägt beim Anblick von kräftigen Pflanzen, der braucht kaum mehr anderweitig Stunden der Zerstreuung auf dem Sportplatz und  ängstigt auch keine scheuen Waldtiere mehr beim Lauftraining.


Doch – nicht jeder hat ein Gärtlein. Die meisten wollen ihren Wochenmarkt-Besuch nutzen zu einem befriedigenden Einkauf von Frischgemüse oder Obst der Saison. Natürlich geht man auch beim Blumenstand vorbei. Lässt Geld bei der Eierfrau liegen, am Metzgerstand oder beim Käs´.